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GESCHICHTE DES TEPPICHS

Teppiche begleiten uns als Wohntextilien im Alltag beinahe in jedem Raum unseres Zuhauses. Sie spenden Wärme, vermitteln Gemütlichkeit und sind oftmals sogar Kunst- und Designobjekte. Doch selten stellen wir uns die Frage, wann und wie die ersten Teppiche eigentlich entstanden sind. Wenn man aber einmal etwas genauer hinschaut, hat der Teppich eine lange und spannende Geschichte hinter sich, die uns so manches über alte Handwerkskunst und die kulturelle Entwicklung menschlicher Völker erzählen kann.


Teppiche schon in der Antike existent

Die genaue Entstehungszeit der ersten Teppiche ist bis heute historisch noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass der Teppich schon in den Ursprüngen menschlicher Kultur verankert ist und erste Exemplare bereits in der Bronzezeit vor über 2000 Jahren angefertigt wurden. Damalige Nomadenstämme verbanden Materialien miteinander zu ersten Teppichen, indem sie Kett-und Schussfaden zu einem Gewebe verflochten. Das Flechten stellte hierbei eine Vorstufe zum späteren Weben dar. Die Teppiche bestanden aus Schafs- und Ziegenwolle und dienten im Alltag als Wandbehang, Türvorhang, Decke und als Wärmedämmung. Diese Art der gewebten Teppiche bzw. Wohntextilien nennt man im Regelfall Kelim. Da diese Teppiche leicht und zusammenrollbar waren, konnten sie praktisch von den Nomaden überall mit hingenommen werden. Anfangs dienten einfache, liegende Webstühle zur Teppichherstellung. Hierbei wurden zwei Holzbalken im Boden befestigt, zwischen denen eine Kette aus Wolle aufgespannt wurde. Diese Webstühle waren ebenfalls leicht zu transportieren, da man sie zusammenklappen konnte. Das Interessante an diesen Kelims ist, das jeder Nomadenstamm sein eigenes Muster entwickelt hat, das über Generationen weitergegeben wird. Kelims gibt es aber nicht nur im Orient. Unabhängig voneinander entstanden die gewebten Textilien auch bei den Ureinwohnern Süd- und Nordamerikas. Viele dieser damaligen, ethnischen Muster werden auch heute noch gerne in der Mode und auf Teppichen in Szene gesetzt.

 

Genaue Datierung antiker Teppiche schwierig

Generell gestaltet es sich schwierig die ersten Teppiche exakt zu datieren, denn da diese aus Wolle und Baumwolle bestanden, zersetzte sich das Material meist über die Jahrhunderte und ließ oft nur den Fund einiger Fragmente zu. Der bisher älteste bekannte Teppich wurde im Westen Asiens in Südsibirien in einem Eisblock entdeckt und konnte auf 500 v. Chr. datiert werden. Glücklicherweise hatte das Eis das Material in diesem Fall gut konserviert. Der 1949 im Altaigebirge gefundene Pazyryktal Teppich deutet mit seinem außergewöhnlichen Muster auf eine lange Tradition jahrtausendealter Webtechnik hin. Der kunstvolle Teppich zeigt, neben einem Rosettenmotiv, eine schmuckvolle Bordüre, auf welcher Hirsche und reitende Krieger abgebildet sind. Zusätzlich enthält der 183x200 cm große Teppich mit 360.000 Knoten pro Quadratmeter mehr Knoten als viele der heute gängigen Teppiche. Bestaunt werden kann der älteste erhaltene Teppich der Welt in der Eremitage in St. Petersburg.

 

Teppiche verbreiteten sich auch in Europa

Wie erwähnt sind leider aufgrund der zersetzten Materialien nicht mehr viele altertümliche Teppiche erhalten. Da aber im Orient zahlreiche Muster, allen voran Mosaike, von den Teppichen in Bauwerke übernommen wurden, konnten hier detaillierte Rückschlüsse auf Abbildungen und Muster der frühen Orientteppiche gezogen werden.

Durch die Feldzüge Alexander des Großen wurden die Teppiche um 330 v.Chr. schließlich auch ins Abendland eingeführt. Maurische Eroberer brachten dann die Teppichkunst mit nach Spanien, woraufhin sich in Córdoba eine eigenständige Teppichindustrie entwickelte. Darüber hinaus führten im 17. Jhd. diverse Handelsstraßen nach Europa, die zur weiteren Verbreitung der Perserteppiche beitrugen. Dadurch kam es auch in Frankreich und England schließlich zur Teppichproduktion. In Frankreich wurden dabei vor allem auf Wunsch Ludwigs XIV. Teppiche angefertigt, während in England hauptsächlich anatolische und persische Muster Beachtung fanden. Während im Orient der Teppich längst nicht mehr nur funktional, sondern mittlerweile ein Ausdruck kunstvollen Handwerks war, erlangte er nun auch in Europa immer mehr an Bedeutung. Gerade in Adelshäusern galten kunstvolle Teppiche und Wandbehänge als Schmuckstücke und Zeichen für Wohlstand. Dank Gemälden aus dieser Zeit von bekannten Künstlern wie Hans Holbein, Domenico Ghirlandaio und Lorenzo Lotto, welche die Orientteppiche dokumentierten, blieben die Muster dieser schmuckvollen Textilien erhalten. Das so genannte Holbeinmuster findet sich noch heute auf afghanischen Teppichen wieder.

 

Teppiche als Kunstwerk

Hatten die Nomadenvölker einst mit recht einfachen Techniken begonnen, so entwickelte sich die Kunst des Teppichknüpfens im 16. Jhd. in indischen und persischen Hofknüpfereien weiter. In dieser Zeit war der Teppich bereits zu einem Kunstwerk avanciert (mehr zum Thema Knüpftechnicken von Orientteppichen erfahren). Aus jener Epoche stammt auch der berühmteste Teppich der Welt, der so genannte Ardabil Teppich, der 1539 in Kaschan in Persien entstand. Er wurde geknüpft von Maksud al Kashani und war eine Bestellung des Schahs Tahmas für die Sheikh Safi Moschee. Fünf Weber arbeiteten drei ganze Jahre an diesem Teppich. Ursprünglich war dieser als Paar gestaltet, doch nur ein Stück blieb vollständig erhalten. Dieses kann man in London im Victoria and Albert Museum bewundern.

Über die Geschichte des Teppichs ließe sich noch so viel mehr erzählen, denn je nach Herkunftsland der Teppiche gibt es unterschiedliche Teppichfarben und Teppichmuster. Eines haben aber die Teppiche des Altertums mit den heutigen Teppichen gemeinsam: Ein handgeknüpfter Teppich ist heute wie damals Ausdruck von traditioneller und wertvoller Handwerkskunst.

*Gilt auf das gesamte Sortiment im benuta Onlineshop. Ausgenommen sind Musterboxen und Teppichunterlagen. Kein Mindestbestellwert. Nicht mit anderen Gutscheinen kombinierbar.