Neben der Farbenpracht faszinieren Orientteppiche seit jeher mit ihren kunstvollen und einzigartigen Mustern. Über Jahrtausende entstanden und verfeinert, begeistern diese noch heute viele Menschen und inspirieren sogar moderne Designer immer wieder neu. Trotz individueller Gestaltung, gibt es einige Grundmerkmale die alle Orientteppiche gemeinsam haben und die seit Jahrhunderten bestehen.

So sind in der Regel die meisten Orientteppiche rechteckig geformt. Zwar gibt es auch sechseckige, quadratische und runde Teppiche, jedoch ist das Rechteck bei Orientteppichen trotz allem am häufigsten anzutreffen. Innerhalb dieser Teppichform sind die meisten Muster in einem Mittelfeld, auch Fond genannt, angeordnet. Dieses Mittelfeld wird von einer Bordüre mit unterschiedlich breiten Streifen umrahmt.


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Erste Muster wurden von Menschen schon auf Tierfelle und auf einfach geflochtene Teppiche gemalt. Durch das später entstandene Knüpfen, wurde es möglich präzisere und filigranere Muster zu kreieren. Die heutigen Orientteppiche werden größtenteils noch nach den alten, überlieferten Originalvorlagen geknüpft. In der teilweise kargen Landschaft hatten die Menschen seit jeher Sehnsucht nach Schönheit und Vielfalt, was sich auch in den Mustern der Orientteppiche wiederspiegelt.

Oft wurden Geschichten, Träume und Legenden in Teppiche eingeknüpft, ebenso wie Stammeszeichen, Amulette und traditionelle Muster der einzelnen Sippen. Teppiche bildeten später den Reichtum der Familien und schmückten die Paläste des Orients. Sie erzählen deshalb noch heute mit ihren fantasievollen Mustern spannende Geschichten aus 1001 Nacht…


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Orientteppiche - Muster

Für das Mittelfeld eines Orientteppichs lassen sich folgende Grundmuster einteilen:
  • Medaillonmuster – Das Hauptmotiv befindet sich dabei in der Mitte des Teppichs oder mehrere kleine Medaillons sind auf einer Längsachse hintereinander angeordnet. Gerahmt wird dies von sogenannten Eckvierteln, die sich in den Ecken des Feldes befinden und ca. ¼ der Größe des Hauptmotives einnehmen. Wenn das Mittelfeld des Teppichs leer ist, oder nur ein Medaillon abgebildet ist, so nennt man diesen Spiegelteppich.
  • Feldermusterung – Bei diesem Muster wird der Fond in mehrere quadratische, rechteckige Felder, in Rauten oder Diagonalstreifen aufgeteilt (siehe Bild).
  • Rapportmusterung – Bei diesem Teppichmuster wiederholt sich im Mittelfeld dasselbe Motiv oder eine Motivkombination mehrmals. Man spricht hier auch von einem All-Over Motiv.
  • Bilderteppich – Bei diesen Teppichen ist der gesamte Fond mit Bildmotiven gestaltet. In der Regel zeigen diese Garten-, Tier-, Pflanzen- oder Jagdmotive. Oftmals werden aber auch Vasen oder Figuren abgebildet.
  • Gebetsteppich – Dieser Teppich dient als Unterlage zum Beten, um den Gläubigen vor Unreinheiten auf dem Boden zu schützen und bildet die Gebetsnische, auch Mihrab genannt, ab.


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Orientteppiche - Stile

Die vielfältigen Muster der Orientteppiche lassen sich auch nach folgenden Stilen gliedern:

  • Geometrischer Stil

Beim geometrischen Stil wird eine gerade Linie mit horizontalen, vertikalen oder diagonalen Abschnitten verwendet. Daraus entstehen verschiedene, eher geradlinige Muster. Vom 11. – 13. Jhd. dominierte dieses Muster vor allem in Anatolien unter der Dynastie der Seldschuken. Bis zum 15. Jhd. wurde der geometrische Stil in dieser Region stark weiterentwickelt, dieser erstrecket sich über das gesamte Mittelfeld der Teppiche. Das Produktionszentrum dieser Teppiche fand sich in der westanatolischen Stadt Uşak (Medaillon- und Stern-Uşaks), in welcher auch Gebetsteppiche entstanden. Geometrische Muster wie z.B. achteckige Sterne, mit Haken versehene Oktagone und Quadrate sind in der späteren Teppichkunst im gesamten vorderasiatischen Raum nicht nur in Moscheen und Palästen, sondern vor allem bei Nomadenstämmen zu finden.


  • Floraler und kurvilinearer Stil

Als Kontrast dazu zeichnet sich der florale Stil eher durch gekrümmte, weichere Linien aus. Man nennt ihn deshalb auch kurvilinearen Stil. Der florale Stil wurde hauptsächlich in Persien entwickelt und geprägt, ist jedoch auch auf dem im 19. Jhd. entstandenen Ziegler Teppich zu bestaunen. Unter der Fürstendynastie der Safawiden, deren Herrscherzeit sich von 1501 bis 1722 erstreckte, bekamen schiitische Künstler die Aufgabe mittels epischer oder mystischer Szenen eine Vorstellung des Paradieses zu erschaffen oder moralische Auffassungen darzustellen. Die figürliche Darstellung war den damaligen Künstlern insofern gestattet, als das diese im religiösen oder spirituellen Zusammenhang stattfanden. Da indische Mogule sich an den Mustern der Perserteppiche orientierten, findet man den floralen Stil auch auf alten, indischen Teppichen wieder. Die Blütezeit der indischen Teppichkunst war ebenfalls im 16. und 17. Jhd., die floralen Motive finden sich dort überwiegend als Chrysanthemen, Mohnpflanzen, Glockenblumen, Rosen und Dahlien wieder.


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  • Figuraler Stil (auf Menschen und Tiere bezogen)

Im Gegensatz zu den Schiiten, herrschten im Osmanischen Reich die Sunniten, welche sich streng an die orthodoxe Sunna hielten. Dies verbot jegliche figürliche Darstellung, da dies nach der damaligen Meinung eventuell zum Götzenkult führen könnte, beziehungsweise wurde damals eine Nachahmung der göttlichen Schöpfung als nicht zulässig angesehen. Nur in einigen osmanischen Miniaturen wurden Figuren abgebildet, welche die Macht und Stärke der Sultane wiederspiegelten.


  • Gabbeh-Muster

Ein weiteres wichtiges Teppichmuster ist das sogenannte Gabbeh (persisch =roh, natürlich), welches oftmals von Ghaschghai-Nomaden der Farsprovinz im Iran geknüpft wird. Die Muster dieser Teppiche sind grob und einfach gehalten. Wenn dekorative Elemente wie z.B. stilisierte Tiere mit eingebunden werden, so sind diese nur reduziert vorhanden. Die Gabbehteppiche sind wahrscheinlich die bekanntesten handgeknüpften Nomadenteppiche aus dem Iran. Ihre naiven, schlichten Muster, lassen sich auch in modernen Wohnungen problemlos in das Wohnkonzept integrieren und sind besonders bei Ethnoliebhabern sehr beliebt.



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Orientteppiche - Das Arabeskemotiv

Das in Europa bekannte Arabeskenmotiv, wird in Persien auch als Eslimi oder Islimi Muster und in der Türkei als Rumi bezeichnet. Dieses Muster ist abgeleitet von einer Laubranke, welche aus zwei Elementen besteht. Ein Element ist hierbei eine gespaltene Blattvolute (Blattspirale) die sich wiederholt, das andere Element ist eine verbindene Ranke. Dieses Rankenwerk ist sehr wandlungsfähig im Erscheinungsbild und die meist spiralartig gebogenen Einzelformen werden auf vielen Darstellungen miteinander verflochten und ineinander verschlungen

Es wird vermutet, dass dieses Motiv eines der ursprünglichsten orientalischen Motive ist, welches bereits bei der ebenfalls früh im Orient entstandenen Fayencekunst verwendet wurde. Fayence bezeichnet hierbei handwerkliche Keramikkunst, welche im Orient oft auf Vasen, Krügen und Bauwerken zu finden ist. Das Arabeskemotiv ist dabei neben Teppichen, vor allem auf Kuppeln von Moscheen oder innerhalb dieser Bauwerke zu sehen. Entsprechende Teppichmuster wurden im Arabeskestil mit Blüten-, Zweigen- Pflanzen- und Rankenmotiven geknüpft. Verbunden mit stilisierten Blättern, Gabelranken und Wolkenbandornamenten, bezeichnet man dieses Gesamtmuster auch als Eslimi-Dessin.


Orientteppiche - Trends und Alternativen

Orientteppiche sind dank ihrer vielfältigen und detailreichen Muster seit Jahrhunderten weltbekannt und immer noch sehr gefragt. Als Symbol für Tradition und altbewährte Handwerkskunst erleben sie heute eine Art Renaissance. Besonders bei angesagten Wohntrens, in denen verschiedene Stile und Epochen kombiniert werden, sind Orientteppiche mit ihren Mustern wahre Eyecatcher und schlagen eine Brücke von der Tradition zum modernen Design.


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Aufgrund der zahlreichen Motive und Muster lassen sich Orientteppiche zu einer Vielzahl unterschiedlichster Einrichtungs- und Dekostilen kombinieren! So lässt sich beispielsweise mit ihren modern interpretierten Mustern der Flur und Eingangsbereich dekorieren. Aber auch für Wohnungen im Ethno-Stil sind Orientteppiche aufgrund ihrer Muster äußerst beliebt. Beim Ethno-Einrichtungsstil werden verschiedene Kulturen miteinander kombiniert. Bunte Farben treffen auf ein Musterparadies und Accessoires aus aller Welt.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Teppichherstellung, aber echte Orientteppiche werden in der Regel in Handarbeit und aus besonders hochwertigen Materialien wie zum Beispiel Seide hergestellt. Wegen der besonders hohen Qualität sind Orientteppiche allerdings auch sehr kostspielig. Jedoch gibt es inzwischen auch zahlreiche preiswerte Alternativen zum klassischen Orientteppich. Sie können sich also auch mit kleinem Budget den edlen Look nach Hause holen. Viele Vintage Teppiche von benuta greifen zum Beispiel die orientalischen Muster auf.

Ob Sie sich nun für einen echten Orientteppich entscheiden, oder zu einer Alternative greifen, die mindestens genauso edel aussieht, bleibt ganz Ihnen überlassen. Die Stile und Muster des Orients sind ebenso zeitlos wie modern und aus unseren Wohnungen nicht mehr wegzudenken.

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